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German 10

Agnes Heller: Pluralität und Moral by Reiner Ruffing

By Reiner Ruffing

Mehr noch als bei einem anderen textual content magazine für ein Vorwort gelten, daß die Schwierigkeit darin besteht, alles das, used to be einem nach Fertigstellung eines Buches zunächst dazu einfällt - und am liebsten würde guy nur darüber schreiben! - wegzulassen, um dann dennoch auf einige wenige Punkte zurückzukommen, die der Autor als für das Lesepublikum wichtig erachtet. Mein Interesse für Hellerentstand aus einem universitären Rahmen heraus. Ich kam an der FU Berlin Anfang der 80er Jahre über Svetozar Stojanovic, der einige Gastvorträge am Otto-Suhr-Institut hielt, mit der Philosophie der jugoslawischen "Praxis-Gruppe" in Kontakt, deren Grundlegung eines Hu­ manistischen Marxismus mich interessierte: Praxis als Schlüsselbegriff, Selbsterschaffung des Menschen, Verbindung von mittelbarer und unmittel­ barer Demokratie, auch die -wenn auch skeptische -Handhabung solcher wertgeladenen Begriffe wie Entfremdung und deren mögliche Überwindung, das waren, so empfand ich damals, Fingerzeige für einen neuen Dritten Weg zwischen Ost und West, denn die "Praxis-Gruppe" kritisierte mit existentiellem Einsatz den damals bestehenden Sozialismus, ohne das westliche Gesellschaftsmodell zu glorifizieren. Die Ideen der "Praxis-Gruppe" waren nicht eigentlich falsch; aber wahr­ scheinlich ist es mit Theorien wie mit Lebensaltern: sie haben ihre part, dann kommt etwas Neues. Nur daß bei der "Praxis-Gruppe" theoretisch nichts wesentlich Neues mehrkam. Für den an Theorie Interessierten glänztejedoch, aus dem Spektrum des Humanistischen Marxismus hervorkommend, schon bald ein neuer identify, nämlich derjenige von Agnes Heller.

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Beides nennt Heller ein partikulares Verhalten. Anders das "Individuum". Unter dem emphatischen Begriff des Individuums versteht Heller einen Menschen, " ... "(DA,54) Im Zentrum steht hier die bewußte Aneignung der Objektivationen. Insofern kommt es auf den Gesichtspunkt der Aneignung an. Objektivationen können immer als Basis einer unfreien als auch als Basis einer freien Gesellschaft dienen. "Die Existenz dieser gattungsmäßigen Objektivationen für sich- ... - bietet dem Einzelnen die Chance. sich aus der Partikularität zu lösen.

Sie sprechen auch spätere Generationen an, eine Antwort übrigens auf die von Marx gestellte und von ihm unbeantwortet gebliebene Frage, wieso die antike Kunst uns noch heute fasziniert. Welche Sinnangebote von den nachfolgenden Generationen aufgegriffen werden, hängt von ihnen selbst ab. Dabei kann es zu folgender Konstellation kommen: Ideologien, Religionen, Theorien, Werte, die zunächst einen durchaus affirmativen Charakter hatten, erweisen sich plötzlich als gesellschaftlich explosiv. Das gleiche gilt auch für den umgekehrten Fall.

Aber" .. " (PS,125) Kunst und die prosaische Tretmühle der Institutionen schließen sich aus. Innerhalb der Kunst kann Wissen nicht so einfach kumuliert werden. Die Entwicklung ist hier eher durch Brüche und Sprünge charakterisiert. Die Philosophie eignet sich schon deshalb nicht dafür, weil eine von Heller ihr zugeordnete Hauptaufgabe darin besteht, Normen und Werte zu hinterfragen. Diese 37 Tendenz steht jedoch den Stabilisierungsabsichten der Institutionen diametral entgegen. "Indeed, this 'query' is thequintessence ofphilosophy...

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